BMLRT veröffentlicht Holzeinschlagsmeldung: Schadholzsituation blieb 2020 weiter angespannt

Köstinger: „Österreich ist Vorbild in der nachhaltigen Waldbewirtschaftung“

Wien (OTS) Heute hat das Landwirtschaftsministerium die Holzeinschlagsmeldung 2020 veröffentlicht. 2020 wurden 16,79 Millionen Erntefestmeter ohne Rinde im österreichischen Wald eingeschlagen. Der Holzeinschlag lag im Vorjahr damit um 2,11 Millionen Erntefestmeter bzw. um rund 11 Prozent unter dem Wert des Jahres 2019. Der Schadholzanteil lag mit 8,91 Millionen Erntefestmetern abermals auf hohem Niveau. „2018 und 2019 waren katastrophale Jahre für unsere Wälder. Der Borkenkäfer hat in vielen Teilen Österreichs gewütet und ganze Landstriche entwaldet. Die Schadholzmenge ist im vergangenen Jahr zum Glück gesunken, weil der Niederschlag größer war und die Vermehrung der Borkenkäfer gebremst hat. Trotzdem liegt der Schadholzanteil noch immer um 38 Prozent über den 10-jährigen Schnitt“, erklärt Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger. Jedes Jahr wächst in Österreich mehr Holz nach als eingeschlagen wird – es werden nur 88 Prozent des Zuwachses geerntet. „Unsere Wälder sind nicht nur Lebens- und Erholungsraum, sondern auch ein Wirtschafts- und Arbeitsraum. Es wächst jedes Jahr mehr Holz nach, als wir den Wäldern entnehmen, das zeigt, welch großen Wert wir auf die Nachhaltigkeit der österreichischen Waldbewirtschaftung legen“, so Köstinger.

Holzeinschlagsmenge im Kleinwald zurückgegangen

Der stärkste Rückgang der Holznutzung war im Kleinwald (Waldfläche unter 200 ha) zu verzeichnen. Hier betrug der Einschlag 9,25 Mio. Efm, das einem Minus von rund 17 gegenüber 2019 entspricht. Der Anteil des Kleinwaldes am Gesamteinschlag betrug rund 55 Prozent. „Die Holzeinschlagsmenge ist 2020 zurückgegangen. Vor allem im Kleinwald wurde weniger Holz eingeschlagen. Die Schadholzaufkommen in den Jahren davor haben sicher dazu beigetragen. Viele Waldbäuerinnen und Waldbauern wollten ihr Bestände 2020, nach den katastrophalen Jahren davor, gesund wachsen lassen“, so Köstinger. Bei den größeren Waldflächen, die vor allem betrieblich bewirtschaftet werden (Waldfläche ab 200 ha, ohne Österreichische Bundesforste AG), verringerte sich der Holzeinschlag gegenüber dem Erhebungsjahr 2019 um rund 7 Prozent auf 5,78 Mio. Efm. Der Anteil am Gesamteinschlag lag bei rund 34 Prozent. Die Österreichische Bundesforste AG steigerte den Einschlag um rund 7 Prozent auf 1,76 Mio. Efm. Der Anteil der Bundesforste am Gesamteinschlag betrug rund 11 Prozent. Die österreichische Holzeinschlagsmeldung erhebt auch, wie das geerntete Holz genutzt wird. Rund 32 Prozent des Einschlages entfielen auf Holz zur energetischen Nutzung (Brennholz und Waldhackgut), der Anteil des Sägerundholzes betrug rund 50 Prozent und jener des Industrierundholzes rund 18 Prozent.

Waldbewirtschafterinnen und Waldbewirtschafter reagierten auf den erneut hohen Schadholzanteil

Witterungsextreme, Kalamitäten durch Borkenkäfer und andere Schadfaktoren führten 2020 zu einem Schadholzanteil von 8,91 Mio. Efm, das einem Anteil von rund 53 Prozent am Gesamteinschlag entsprach. Im Vergleich mit den langjährigen Durchschnitten zeigt sich, dass der Schadholzanfall im Jahr 2020 um rund 5 Prozent über dem 5-jährigen Durchschnitt (8,48 Mio. Efm) und um rund 38 Prozent über dem 10-jährigen Durchschnitt (6,47 Mio. Efm) lag. Die Hauptschadfaktoren waren 2020 Borkenkäfer mit 3,33 Mio. Efm (rund 37 Prozent des Schadholzanfalles) und Stürme mit 3,11 Mio. Efm (rund 35 Prozent des Schadholzanfalles). Um der nach wie vor angespannten Schadholzsituation entgegen zu wirken hat die Bundesregierung den Waldfonds mit 350 Mio. Euro ins Leben gerufen. „Mit dem Waldfonds haben wir das größte Investitionspaket in der zweiten Republik geschnürt. Der Waldfonds gibt unseren Waldbauern und der gesamten Branche eine Zukunftsperspektive. Damit wollen wir unsere Waldbäuerinnen und Waldbauern motivieren wieder in unsere Wälder zu gehen und sie zu bewirtschaften“, erklärt Köstinger abschließend.

Alle Informationen zum Waldfonds unter: www.waldfonds.at

Mehr zur Holzeinschlagsmeldung 2020: www.bmlrt.gv.at

Rückfragen & Kontakt:

Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus
Michael Strasser
Pressesprecher der Bundesministerin
+43 1 71100 – DW 606716
michael.strasser@bmlrt.gv.at
https://www.bmlrt.gv.at/


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