Der Arbeitsklima Index zeigt: | Arbeiterkammer Oberösterreich, 26.02.2019

Die oberösterreichischen Beschäftigten arbeiten viel und sind optimistisch für die Zukunft

Linz (OTS) Wie geht es den Oberösterreichern/-innen in der Arbeit? Wie zufrieden sind sie mit ihrem Einkommen und ihrer Arbeitszeit? Was belastet sie? Wie schaffen sie den Spagat zwischen Beruf und Privatleben? Antworten auf diese und viele weitere Fragen liefert eine erstmals durchgeführte Sonderauswertung des Österreichischen Arbeitsklima Index der AK Oberösterreich. „Die Beschäftigten sind die wahren Leistungsträger in unserem Bundesland. Für ihre Leistungen haben sie mehr Respekt, mehr Wertschätzung und mehr Fairness verdient“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Die Beschäftigten in unserem Bundesland sind etwas weniger zufrieden als die Arbeitnehmer/-innen in ganz Österreich. Während der Arbeitsklima Index bundesweit derzeit bei 110 Indexpunkten liegt, erreicht er in Oberösterreich 109 Punkte. Im Zuge der Wirtschaftskrise 2008 brach der Index in Oberösterreich innerhalb von drei Jahren um elf Punkte ein – von 113 auf 102 Punkte – und erholt sich seither nur langsam.

Am zufriedensten sind die Beschäftigten in der öffentlichen Verwaltung, am unzufriedensten im Bauwesen. Knapp zwei Drittel der oberösterreichischen Beschäftigten sind optimistisch, dass sich die Wirtschaft künftig gut entwickelt. Neun von zehn glauben das auch von ihrem Betrieb. Mehr als ein Drittel hält den eigenen Arbeitsplatz für sehr sicher, die Hälfte für ziemlich sicher. Mehr als die Hälfte ist zuversichtlich, im Falle eines Jobverlusts leicht wieder eine neue Beschäftigung zu finden. In ganz Österreich sind es um zehn Prozentpunkte weniger.

Im Durchschnitt aller Branchen sind knapp zwei Drittel mit ihrem Einkommen zufrieden. Am höchsten ist die Einkommenszufriedenheit in Oberösterreich im Unterrichtswesen und in der öffentlichen Verwaltung. Im Tourismus, im Handel und am Bau ist etwa die Hälfte mit dem Einkommen unzufrieden.

Vollzeitkräfte arbeiten in Oberösterreich laut Arbeitsklima Index durchschnittlich 44 Wochenstunden, Teilzeitkräfte kommen auf 25 Wochenstunden. 56 Prozent der oberösterreichischen Beschäftigten müssen zumindest gelegentlich Überstunden machen, 17 Prozent sogar häufig. Knapp ein Fünftel leidet unter Zeitdruck, ein Siebtel unter ständigem Arbeitsdruck ohne Zeit zum Verschnaufen. Wer viel und lange arbeitet, kann Beruf und Privatleben deutlich schlechter unter einen Hut bringen. Gleiches gilt für Pendler/-innen und berufstätige Eltern.

Im Tourismus sind nur 63 Prozent der Arbeitnehmer/-innen mit der Arbeitszeitregelung zufrieden, im Bauwesen möchten vier von zehn Beschäftigten weniger Stunden arbeiten. Im Querschnitt aller Branchen sagen 33 Prozent, dass sie weniger Arbeitsstunden leisten möchten als sie derzeit erbringen.

40 Prozent der Bauarbeiter in Oberösterreich sind durch schlechte Gesundheitsbedingungen belastet, ein Drittel durch Zeitdruck sowie Unfall- und Verletzungsgefahr und mehr als ein Viertel durch ständigen Arbeitsdruck. In keiner anderen Branche sind das Ausmaß und die Anzahl an Belastungen so hoch wie am Bau.

Im Industriebundesland Oberösterreich sind die Beschäftigten in der Branche Industrie und Gewerbe durch Zeitdruck, schlechte Gesundheitsbedingungen sowie Unfall- und Verletzungsgefahr und ständigen Arbeitsdruck belastet. Die Beschäftigten in den Frauendomänen Handel und Tourismus fühlen sich durch Zeitdruck und permanenten Arbeitsdruck belastet.

„Die Daten aus dem Arbeitsklima Index bestätigen, dass die Beschäftigten die wichtigsten Leistungsträger in unserem Bundesland sind. Sie arbeiten viel, lange, flexibel, sind mobil und produktiv“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Für ihre Leistungen bekommen viele nicht die adäquaten Gegenleistungen: In manchen Problembranchen ist die Hälfte mit dem Einkommen unzufrieden. Viele klagen über Belastungen, zu lange Arbeitszeiten und schlechte Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.

Die AK Oberösterreich fordert daher kräftige Lohn- und Gehaltserhöhungen, die faire Abgeltung geleisteter Überstunden und weitere steuerliche Entlastungen für die Arbeitnehmer/-innen. „Wir brauchen eine generelle Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich anstatt des 12-Stunden-Tages sowie generell eine gerechtere Verteilung der Arbeitszeit auf alle Beschäftigten. Das ist der Wunsch der Beschäftigten“, sagt Kalliauer.

Der Österreichische Arbeitsklima Index misst und beschreibt seit 22 Jahren vierteljährlich die wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen aus Sicht der Arbeitnehmer/-innen. Alle Infos zum Arbeitsklima Index, der von SORA und IFES im Auftrag der AK Oberösterreich erhoben wird, finden Sie unter ooe.arbeiterkammer.at/arbeitsklima

Detailliertere Informationen zu den Inhalten dieser Aussendung finden Sie unter ooe.arbeiterkammer.at

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