ÖAMTC: WLTP-Messwerte ab 2020 endlich in Verkaufsunterlagen

Mobilitätsclub fordert: Steuervorteil für Konsumenten sichtbar machen

Wien (OTS) Geht es nach einem Verordnungsentwurf des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT), sollen ab 2020 die mit dem neuen Messverfahren WLTP ermittelten Normverbräuche für Neuwagen in den Schauräumen und Marketingunterlagen verpflichtend ausgewiesen werden. “Damit können sich Konsumenten künftig anhand von realitätsnäheren Verbräuchen leichter für das im Sinne von Geldbörse und Umwelt für sie passende Auto entscheiden”, zeigt sich ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexperte Martin Grasslober erfreut.

Nachdem die WLTP-Verbräuche und damit auch die CO2-Emissionen in der Regel höher als im alten Normverbrauchszyklus ausfallen, wurden – nicht zuletzt auf Betreiben des Mobilitätsclubs – steuerliche Anpassungen vorgenommen: Immerhin wurde die Adaptierung der NoVA per 1. Jänner 2020 und jene des Sachbezugs bei Privatnutzung von Dienstfahrzeugen per 1. April 2020 bereits fixiert. “Die motorbezogene Versicherungssteuer wird für Pkw, die ab 1. Oktober 2020 neuzugelassen werden, neben der Motorleistung ebenfalls nach den WLTP-Emissionen berechnet. Daher sollten Konsumenten beim Autokauf noch viel stärker als bisher auf die CO2-Emissionen achten”, hält der ÖAMTC-Experte fest.

Genau aus diesem Grund sieht der Mobilitätsclub weiterhin Handlungsbedarf bezüglich der Konsumenteninformation beim Autokauf. Grasslober: “Damit der gewünschte Lenkungseffekt durch die Steueranpassungen hin zum Kauf effizienterer Fahrzeuge eintritt, reicht es nicht, nur die Verbräuche auszuweisen. Vielmehr muss ein daraus entstehender steuerlicher Vorteil auch transparent in den Verkaufsunterlagen dargestellt werden.”

Individuelle Beratung wichtig

Grundsätzlich positiv beurteilt der ÖAMTC auch die im vorliegenden Entwurf vorgesehene Information über die Auswirkungen des Messzyklus WLTP. “Neben den steuerlichen Konsequenzen wäre es an dieser Stelle zusätzlich wichtig, die Konsumenten mit Blick auf deren Fahrgewohnheiten individuell über den Verbrauch ihres Wunschautos in den unterschiedlichen Geschwindigkeitsprofilen des WLTP zu beraten”, fordert Grasslober. “Somit könnten Konsumenten anhand des eigenen Fahrprofils besser einschätzen, mit welchem Kraftstoffverbrauch sie rechnen können.”

CO2-Bilanz eines gesamten Autolebens sichtbar machen

Ein Kraftfahrzeug verursacht nicht nur beim Fahren Treibhausgasemissionen, sondern auch die Produktion, das Recycling und die Verteilung der Energie fallen ins Gewicht. “Unterm Strich zählt, wie viele CO2-Emissionen ein Auto im gesamten Lebenszyklus verursacht. Diesen ökologischen Fußabdruck muss man in Zukunft auch für Konsumenten sichtbar machen”, fordert Grasslober. Spätestens bis 2023 muss die EU-Kommission prüfen, wie ein einheitliches Berechnungssystem hierfür aussehen könnte. Die österreichische Regierung ist gefordert, auf EU-Ebene für ein solches System einzutreten.

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