SPÖ: Gesundheit der Menschen steht vor Profitinteressen. Ischgl darf sich nicht wiederholen!

Kucher: Aus Fehlern lernen, damit sie nicht wiederholt werden – Dornauer: Tiroler Gesundheitslandesrat rücktrittsreif, Krisenstab neu aufstellen!

Wien (OTS/SK) „Wir alle können das Geschehene rund um Ischgl nicht mehr rückgängig machen. Wir müssen aber gemeinsam dafür sorgen, dass sich derartige Vorfälle keinesfalls wiederholen. Das ist auch eine Frage der Verantwortung gegenüber teils schwer erkrankten Menschen!“, bekräftigte der stv. Klubobmann und Gesundheitssprecher der SPÖ Philip Kucher heute bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Tiroler SPÖ-Vorsitzenden und Klubobmann Georg Dornauer. Dornauer wiederholte seine Forderung nach dem Rücktritt des Tiroler Gesundheitslandesrates Bernhard Tilg und einer Neuaufstellung des Krisenmanagements: „Politische Verantwortung ist für uns nicht verhandelbar! Weder in ihrer Konsequenz, noch in der Zeit. Wir fordern weiterhin den sofortigen Rücktritt des an der Aufgabe gescheiterten Gesundheitslandesrates Bernhard Tilg und ein rasches Ersetzen des Gesundheitsbeauftragten Franz Katzgraber. ****

„Unverständlicherweise sind beide für die Fehlerkette verantwortlichen Personen noch immer an der Spitze der Tiroler Gesundheitsbehörde tätig und mit dem Aufräumen der eigenen Fehler beschäftigt. Das Zurückdrängen der wirtschaftlichen Interessenvertreter, insbesondere des ÖVP-Nationalratsabgeordneten Franz Hörl, aus Fragen, die die Gesundheit der Tirolerinnen und Tiroler betreffen, ist hoffentlich eine Selbstverständlichkeit für den Tiroler Landeshauptmann Platter“, kritisierte der Tiroler SPÖ-Vorsitzende.

Und der SPÖ-Gesundheitssprecher im Parlament ergänzte: „Die Menschen müssen darauf vertrauen, dass nichts unter den Teppich gekehrt und verhindert wird, dass eben nicht ‚Gras über die Sache‘ wächst, wie der ÖVP-Nationalratsabgeordneter, Wirtschaftsbund-Chef und Seilbahn-Lobbyist Franz Hörl meinte. ‘Wir haben alle Fehler gemacht und jetzt reden wir nicht mehr darüber‘ bzw. schieben das Fehlverhalten auf die nächste Ebene – vom Bund zum Land, vom Land zur Bezirkshauptmannschaft, von dort zum Bürgermeister von Ischgl und letztlich zum Gast, der in den Ischgler Après-Ski-Bars eingekehrt ist – kann nicht die Antwort sein! Gerade weil die Verantwortlichen in Tirol von Beginn an bekräftigten, dass es eine enge Abstimmung zwischen Tiroler Landesregierung und Bundesregierung gegeben habe, muss aufgearbeitet werden, was rund um Ischgl passiert ist. Wir müssen daraus lernen, damit sich solche Vorgänge nirgendwo in Österreich wiederholen.“ Die SPÖ wird aus diesem Grund entsprechende parlamentarische Anfragen an die Bundesregierung einbringen (siehe SERVICE-Link).

Auf Basis der Chronologie der Causa Ischgl (siehe SERVICE-Link) erläuterte Dornauer Schritt für Schritt das Systemversagen der Verantwortlichen in Tirol: „Tirol wird im Ausland als Epizentrum des Coronavirus gesehen. Großbritannien schreibt uns seinen ‚Patienten 0‘ zu, Norwegen macht uns für die Hälfte aller Infektionen verantwortlich, in Island wurde der Virus vielfach aus Ischgl eingeschleppt und in Deutschland noch mehr. Deshalb wurde die Bundesregierung frühzeitig und eindringlich von verantwortungsbewussten Behörden aus dem Ausland gewarnt, Tirol weltweit als Risikogebiet eingestuft und bereits am 5. März mit Wuhan und der Lombardei auf eine Stufe gestellt. Die Tiroler Gesundheitsbehörde wurde umgehend von der Bundesbehörde informiert, doch man hat nachlässig und falsch reagiert!“, ist Dornauer empört.

Heute zeige sich, so der Tiroler SPÖ-Chef, das für die Tiroler Bevölkerung fatale Ergebnis: „Tirol ist vom Coronavirus überproportional betroffen. Der Bezirk Landeck mit den Tourismus-Hotspots Ischgl und St. Anton ist nach aktuellen Zahlen des Ministeriums mehr als 20 Mal höher durchseucht als Wien – in Relation zur Einwohnerzahl. Tirol muss sich laut aktuellen Zahlen des Gesundheitsministeriums – in Relation zu seiner Größe und im Vergleich zu den bundesweiten Zahlen – um 2,5 Mal so viele Schwerkranke, hospitalisiert in den Krankenhäusern, und um 4 Mal so viele lebensbedrohlich Erkrankte auf den Intensivstationen Sorgen machen. Und wir haben zum jetzigen Zeitpunkt doppelt so viele Trauerfälle zu beklagen. Das ist nicht gottgewollt – wie es uns die Tiroler Landesregierung gerne weismachen will – sondern landhausgemacht. Das ist politisch zu verantworten!“

Die SPÖ richte deshalb an die Verantwortlichen in Tirol und im Bund deutliche Worte: Profitinteressen und Geschäftemacherei dürften niemals wichtiger sein als die Gesundheit und das Leben der Menschen! Dornauer: „Für die neue SPÖ Tirol stehen die Gesundheit und die Interessen der Menschen im Mittelpunkt. Für die ÖVP sind es der Wirtschaftsstandort und die Wirtschaftsinteressen. Wohin das führt, sieht man tragischerweise an der aktuellen Situation in den Tiroler Krankenhäusern!“

SPÖ-Gesundheitssprecher Kucher wiederholte abschließend die Forderung der SPÖ-Parteivorsitzenden Pamela Rendi-Wagner nach einer zentralen Stelle um den Kampf gegen Corona zu koordinieren und zu steuern. „Egal ob es um konkrete Maßnahmen, die Beschaffung von Tests und Schutzausrüstung oder um den Austausch mit nationalen und internationalen Experten geht, wir brauchen ein zentrales Kontrollzentrum im Gesundheitsministerium, bei dem alle relevanten Informationen in Echtzeit zusammenlaufen!“ (Schluss) sr/sc

SERVICE:
Link zu Covid-19-Krise in Tirol. Chronologie des Systemversagens:
https://www.gdornauer.at/covid-19

Link zu Parlamentarischen Anfragen:
https://we.tl/t-Z6I4TBOgC0

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